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Nadine Simpfendörfer
Electronics Insight
07. Mai 2024
Lesezeit: 6 Min.

Was ist EMV? Emissionen und Immunität

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EMC chamber from inside with antenna in the middle

Was ist EMV? Emissionen und Immunität

In meiner Kindheit waren elektronische Geräte die Seltenheit, heute ist die Menge schier unüberschaubar. Gleichzeitig werden Geräte immer kleiner und schneller. Waren früher noch an fast jeder Ecke Telefonzellen zu finden, so sind Smartphones aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. 
Dabei erzeugt jedes elektronische Gerät ein elektromagnetisches Feld, das zu Elektromagnetischen Störungen (EMI) führen kann. Das bedeutet also, dass wir praktisch immer von EMI umgeben sind. Wie sich das auf ein Gerät und andere elektronische Gadgets auswirkt, ist der Punkt, an dem Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ins Spiel kommt. 
Im elektronischen Ökosystem von heute, in dem Geräte zunehmend miteinander verbunden sind und die Kommunikation allgegenwärtig ist, sorgt die EMV dafür, dass elektronische Systeme effizient und störungsfrei nebeneinander bestehen können. Es geht also darum, sicherzustellen, dass ein Gerät keine unbeabsichtigten Ausfälle bei anderen Geräten verursacht, und gleichzeitig nicht von anderen Geräten gestört wird. Kurz gesagt: Um elektromagnetisch kompatibel zu sein, müssen Sie Emissionen verhindern und eine hohe Immunität aufweisen.

Da man elektromagnetische Felder nicht sehen kann, werden im Folgenden einige Beispiele gezeigt, um das Thema greifbarer zu machen.

Typische Beispiele für EMV-Erscheinungen:

Am Beispiel eines UKW-Radios lässt sich die Elektromagnetische Verträglichkeit leicht veranschaulichen. Hierbei wird das elektromagnetische Feld gezielt zur Nachrichtenübertragung eingesetzt. Sie findet in Deutschland und den meisten anderen Ländern im Frequenzbereich von 87,5 bis 108 MHz statt. Erzeugt ein elektronisches Gerät in der Umgebung EMI im selben Frequenzbereich, kann es die Radioübertragung stören. In diesem Fall lässt sich im Radio ein Rauschen vernehmen oder die Übertragung bricht ab. Typische Geräte, die solche Störungen verursachen, sind beispielsweise mangelhaft entstörte Staubsauger, Bohrmaschinen oder Treiber von LED-Beleuchtungen.
Sogar bei Wintersportlern geht der Trend dazu, immer mehr elektronische Geräte wie Smartphones, Smartwatches, Action Cams und GPS-Geräte bis hin zu beheizbaren Socken oder Handschuhen mitzunehmen. Diese können mit EMI jedoch im Ernstfall die Leistung von LVS-Systemen (Lawinenverschüttetensuchgeräte) beeinflussen und stellen so eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit im Gelände dar [1]. 
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Beeinflussung von Geräten in der Medizintechnik. Mit aktuellen Trends wie High-Power-Schnellladestationen und Batterien mit zunehmender Leistung steigen die Herausforderungen für die E Mobilität. Da Hersteller von Elektroautos jedoch darauf bedacht sind, Interferenzen zwischen der Batterie und elektrischen Systemen im Auto zu verhindern, sind die Batterien sehr gut abgeschirmt. Erste Studien haben bereits mögliche Störungen von Herzschrittmachern durch Hochvoltbatterien in Elektroautos geprüft und Entwarnung gegeben [2]. 
Die Auswirkungen eines Ausfalls eines Gerätes können also harmlos, aber auch lebensbedrohlich sein. Daher gibt es in diesem Bereich viele Vorschriften für die EMV, um die Sicherheit elektronischer Geräte zu gewährleisten und sicherzustellen.

 

Referenzen:

[1] https://www.bergundsteigen.com/artikel/stoerquellen-bei-der-lvs-suche/

[2] https://doi.org/10.7326/M17-2930

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#EMV
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