Würth Elektronik Leiterplattenproduktion Niedernhall teilweise schon wieder in Betrieb

Der erste Schock über den Brand im Leiterplattenwerk von Würth Elektronik in Niedernhall ist überwunden. Management und Belegschaft arbeiten vereint mit Hochdruck am Wiederaufbau und schauen positiv in die Zukunft.


Niedernhall, den 12.01.2015

Auch wenn die Ursache des Brandes in der Nacht auf den 27. Dezember noch nicht geklärt ist, kann eine erste Bestandsaufnahme gezogen werden. Mit dem “alten Bauabschnitt“ ist einer von drei Abschnitten der Niedernhaller Produktion zerstört. Dort befanden sich Prozesse wie Bohren, Multilayer, Durchkontaktierung, Lötstopplack und Siebdruck, sowie ein Teil des Labors und der Vertriebsbüros. Mit dem Rückbau soll begonnen werden, sobald das Gebäude von der Staatsanwaltschaft freigegeben ist.

Das sogenannte Steinhaus und der Teil der Produktion, in denen Vertrieb und Verwaltung sowie die Innenlagenfertigung und ein Teil der Galvanik untergebracht waren, sind nicht direkt betroffen und lediglich durch Ruß und Rauch beeinträchtigt, nach einer Sanierung aber wieder beziehbar. Diese läuft bereits: Mit den Reinigungs- und Ausräumarbeiten wurde gleich im neuen Jahr gestartet.

Auch der in 2009 erstellte Neubau ist vom Feuer verschont geblieben. Schon wenige Tage nach dem Brand wurden dort einzelne Prozesse peu à peu wieder aufgenommen.

„Brandschutztüren haben diese Gebäude vor dem Feuer bewahrt. Wir sind froh, dass die Maßnahmen gegriffen haben und so ein Ausbreiten des Brandes verhindert werden konnte“, so Daniel Klein, Geschäftsführer der Würth Elektronik CBT. „Wir möchten uns an dieser Stelle auch nochmals herzlich bei den Einsatzkräften der Feuerwehren und des DRK bedanken. Sie haben Außergewöhnliches geleistet!“

Betroffene Mitarbeiter finden „neue“ Arbeitsplätze

Wie berichtet, agieren weitere Geschäftsbereiche des Würth Elektronik Verbundes wie Würth Elektronik eiSos in Waldenburg und Würth Elektronik ICS (WE ICS) in Niedernhall-Waldzimmern unabhängig und sind durch den Vorfall nicht eingeschränkt. Die regionale Nähe der Gesellschaften ist ein Vorteil: Im kürzlich bezogenen Gebäude der Schwesterfirma WE ICS wurde kurzfristig Raum für 70 Arbeitsplätze geschaffen. Binnen kürzester Zeit wurden für die Niedernhaller Mitarbeiter aus Vertrieb und aus den vorbereitenden Stellen Schreibtische, Stühle, Computer und Telefone, sowie die notwendige IT-Struktur installiert.

An der Verlagerung von Teilen der Produktion an die beiden Leiterplatten-Standorte Rot am See und Schopfheim wurde schon kurz nach dem Brand geplant und gefeilt. WE Kollegen der beiden Werke haben über die Feiertage gearbeitet und so Kapazitäten generiert. Mittlerweile sind dort Schichten erweitert und somit Produktionskapazitäten erhöht worden. In beiden Werken wurde sogar außerplanmäßig in neue Maschinen investiert, um die benötigten Kapazitäten zu schaffen. Seit dieser Woche haben die ersten Niedernhaller Mitarbeiter schon ihre Arbeit in Rot am See und Schopfheim aufgenommen.

Unser wichtigstes Gut: Der Kunde

„In dieser schweren Zeit liegt unser Augenmerk mehr denn je auf den Kunden. Sie zu informieren und mit ihnen nach Optionen zu suchen, ist zunächst erstes Ziel“, so Denis Giba, Geschäftsführer von Würth Elektronik CBT. „Der Kunde braucht Leiterplatten. Gemeinsam arbeiten wir an Lösungen, wie wir diese liefern können. Uns ist bewusst, dass viele Aufträge in den kommenden Wochen von anderen Herstellern abgewickelt werden. Für einen Vertriebsmitarbeiter gibt es nichts Schlimmeres, als nicht liefern zu können. Diese Durststrecke müssen wir überwinden. Daher stimmen wir eng ab, ob eine Verlagerung der Produktion in eines der anderen Werke oder nach Asien in Frage kommt. Wir loten alle Optionen aus, um die beste Möglichkeit zu finden.“

Ein speziell eingerichteter Bereich auf der Homepage von Würth Elektronik bietet den Kunden Informationen rund um das Werk Niedernhall. Zudem kann über ein besonderes Tool, der Auftragsstatus abgefragt werden.

Die beiden Geschäftsführer Giba und Klein halten daran fest: „Jetzt schauen wir nach vorn und arbeiten daran, wieder schnell umfassend aktiv zu sein.“ Das Unternehmen setzt sich ehrgeizige Ziele, was den Wiederaufbau des Standortes angeht. Verwaltung und Vertrieb sollen im März wieder im Steinhaus einziehen. Mittels Ausschreibung bei Produktionsplanungsbüros sollen bis Ende Januar bereits Pläne für den Neubau der zerstörten Bereiche vorliegen. Voraussichtlich wird das neue Gebäude nicht direkt auf dem Brandareal aufgezogen, wodurch Aufbau noch einmal beschleunigt werden kann. Es wird also Tempo gemacht: „Ich will im März die Bagger anrollen sehen“, so Daniel Klein auf der Mitarbeiterinformation am Mittwoch.

Über Würth Elektronik Circuit Board Technology (CBT):

Würth Elektronik Circuit Board Technology wurde 1971 gegründet und hat sich zu einem der führenden Leiterplattenhersteller in Europa etabliert. Aus einer Hand finden Elektronikentwickler alle gängigen sowie viele innovative Leiterplattentechnologien bis hin zu Systemlösungen. Dabei kann Würth Elektronik den kompletten Produktlebenszyklus abdecken: Von der ersten Idee eines Systems beispielsweise im Rahmen eines Entwicklungsprojektes, über die Produktion von Prototypen und Mustern im Online Shop WEdirekt bis hin zur Fertigung von mittleren Serien und auch in höheren Volumina. Fachkundige Spezialisten als Gesprächspartner unterstützen dabei nicht nur in Deutschland. Internationalisierung ist ein wichtiger strategischer Aspekt. So sind in vielen Ländern Europas eigene Vertriebsteams aufgestellt.

Jeden Tag passieren mehr als 120 neue Leiterplattendesigns unsere Fertigung. Das Spektrum der über 4.000 Kunden reicht vom Großkonzern bis hin zum Ein-Mann-Entwicklungsbüro. Neben der persönlichen Betreuung durch ein dichtes Netz an über 100 Vertriebsmitarbeitern im Innen- und Außendienst haben Kunden auch die Option, Leiterplatten online über den komfortablen Webshop WEdirekt zu beziehen.

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